Sommerfest an der Grube Christiane: Neue Geopark-Tafel der Adorfer Eisenerzlagerstätte enthüllt

Diemelsee-Adorf. Zahlreiche Gäste haben am Sonntag das Sommerfest des Knappenvereins Adorf an der Grube Christiane besucht. Neben Führungen durch das Besucherbergwerk, Kaffee und Kuchen, Gegrilltem und musikalischen Beiträgen des Knappenchores stand in diesem Jahr ein besonderer Programmpunkt im Mittelpunkt: die Enthüllung der neuen Informationstafel „Ein rauchender Vulkan im Meer – Geologie und Erzbildung des Bergwerks Grube Christiane“ des Geoparks GrenzWelten. Der Vorsitzende des Knappenvereins, Fabian Fischer, begrüßte die Besucher und dankte den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die das Sommerfest ermöglicht hatten. Besonderen Dank richtete er an das Team, das für Kaffee und Kuchen sorgte, an die Helfer am Grill- und Verkaufsstand, an David Brüne für die Führungen durch die Grube sowie an den Knappenchor unter der Leitung von Astrid Behle für seine Liedbeiträge. Fischer erinnerte zugleich an ein besonderes Jubiläum: Seit 40 Jahren besteht das Besucherbergwerk Grube Christiane. Nachdem 1963 der letzte Förderwagen aus der Grube gekommen war, sei es dem Engagement vieler Ehrenamtlicher zu verdanken, dass die Bergbaugeschichte Adorfs bis heute lebendig geblieben sei. 63 Jahre nach der Stilllegung sei die Grube nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein wichtiger kultureller und touristischer Anziehungspunkt in der Ferienregion Diemelsee. Durch Renovierungen und Modernisierungen seien in den vergangenen Jahren weitere Akzente gesetzt worden.

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Mit der neuen Informationstafel erhält das Besucherbergwerk nun eine weitere Möglichkeit, seinen Gästen die außergewöhnliche Geschichte der Grube zu vermitteln – und zwar dort, wo diese Geschichte lange vor dem ersten Bergmann begann. Gerd Rosenkranz, Geoparkführer beim Geopark GrenzWelten, nahm die Gäste bei der Einweihung der Tafel mit auf eine Reise rund 380 Millionen Jahre zurück in die Erdgeschichte. Damals befand sich das Gebiet des heutigen Adorf tief unter der Meeresoberfläche. Untermeerischer Vulkanismus, Ablagerungen auf dem Meeresboden und heiße, eisenhaltige Lösungen aus dem Untergrund schufen über lange Zeiträume die Voraussetzungen für die späteren Eisenerzlagerstätten. Rosenkranz machte deutlich, dass Adorf dabei eine besondere Stellung einnimmt. Durch wiederholte vulkanische Vorgänge entstanden mehrere Vererzungszonen. Die Lagerstätte trat teilweise bis an die Erdoberfläche heran und konnte deshalb schon früh vom Menschen entdeckt und genutzt werden. Diese geologischen Besonderheiten seien die Grundlage für die jahrhundertelange Bergbautradition in Adorf gewesen.
Zugleich erinnerte Rosenkranz daran, dass Adorf eng mit den Anfängen des Geoparks GrenzWelten verbunden ist. Umso erfreulicher sei es, dass die Grube Christiane heute auch unmittelbar Teil der Vermittlungsarbeit des Geoparks sei. Die neue Tafel füge sich in das Netz der Informationstafeln ein, mit denen an besonderen Orten der Region Erdgeschichte verständlich und anschaulich dargestellt werde.


Rosenkranz würdigte außerdem die Leistung der Bergleute und das heutige ehrenamtliche Engagement zur Erhaltung der Grube. In dem später entstandenen Verbundbergwerk wurden rund 1,7 Millionen Tonnen Eisenerz gefördert. Dass die Geschichte dieses Bergbaus heute noch unmittelbar erlebt werden könne, sei eine große Leistung derjenigen, die sich seit Jahrzehnten um das Besucherbergwerk kümmern. Auch für die Führungen durch die Grube bietet die neue Tafel einen unmittelbaren Nutzen. Sie steht an dem Ort, an dem die Besucher ihre Reise in die Geschichte des Bergwerks beginnen, und ermöglicht es den Grubenführern künftig, zunächst anschaulich zu erklären, wie das Erz entstand, das Jahrhunderte später in Adorf abgebaut wurde.
Das Sommerfest bot anschließend reichlich Gelegenheit zu Gesprächen und Begegnungen. Bei Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Steaks konnten die Gäste den Nachmittag an der Grube verbringen. Wer die Bergbaugeschichte nicht nur über Tage kennenlernen wollte, konnte bei einer Führung auch einen Blick unter Tage werfen. Für den Knappenverein verbanden sich damit an diesem Sonntag Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in besonderer Weise: 40 Jahre Besucherbergwerk, die Erinnerung an Jahrhunderte Adorfer Bergbau und eine neue Informationstafel, die die Geschichte noch einmal 380 Millionen Jahre weiter zurückführt.

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